Lob dich selbst, bevor es ein anderer tut!

Warum Lob dem Selbstwert schadet

„Jeder Mensch hat etwas, das ihn antreibt!“ das ist ein bekannter Werbeslogan. Bestimmt ist das auch so.

Aus irgendeinem Grund tust du das, was du tust. Du machst etwas, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Ziele sind so unterschiedlich, wie die Menschen selbst. Das was dich antreibt, lässt dich morgens aus dem Bett steigen. Es gibt dir Mut weiterzumachen, wenn was schiefgegangen ist. Und es zaubert dir ein Lachen ins Gesicht, wenn dir etwas gelungen ist.

Wenn das alles wäre, würde ich nicht hier sitzen und darüber schreiben. Die Frage dahinter ist: „Warum tust du das, was du tust.“ Bist du einfach nur zufrieden, glücklich, demütig, wenn du dein Ziel erreicht hast? Oder ist das Ziel erst erreicht, wenn etwas bestimmtes dazu kommt?

Stell dir vor, du hast ein Abendessen gekocht. Es ist dir aus deiner Sicht gelungen. Alles nach Plan. Deine Freunde kommen zum Essen. Es ist gute Stimmung, ihr lacht miteinander. Ihr unterhaltet euch gut. Kurzum ihr habt einen fantastischen Abend. Aber für dich bleibt als Eindruck dieses Abends folgendes hängen: „Keiner hat was über mein Essen gesagt. Keiner hat dieses fantastische Essen gelobt.“

Puh! Dann sieht das Ganze anders aus. Dann steckt hinter dem Essen das, was dich antreibt: DAS LOB!

Lob macht süchtig!

Den meisten Menschen ist es wichtig zu wissen, wie andere ihre Arbeit beurteilen. Einfach, weil sie es so gelernt haben. Ist ein Kind angepasst und folgsam, bekommt es ein Lob. Ist es eher Kategorie Michel aus Lönneberga, gibt es Schelte. So zieht sich das durchs Leben: in der Schule, der Ausbildung, dem Studium und im Beruf ist es genauso. Kein Wunder, dass die Erwartung, ja sogar das Streben nach positiver Beurteilung wichtig wird. Und damit ist der Teufelskreis eröffnet. Jedes Lob zieht ein weiteres Streben nach Lob mit sich. Lob macht aus den kreativen und unvoreingenommenen Säuglingen abhängige Erwachsene.

Und damit kreieren wir eine süchtige Gesellschaft, die nicht weiß, warum sie etwas tut. Eine Gesellschaft, die ein zügelloses Leistungsstreben entwickelt. Eine Gesellschaft, die fähig ist, immer phantastischere Ziele zu erreichen und gleichzeitig daraus kein Glücksgefühl entwickeln zu können, wenn das Lob ausbleibt. Das Resultat sind ausgebrannte und demotivierte Menschen, deren Kopf geniales leisten kann und das Herz leer ist. Sie sind immer weniger im Stande sich selbst zu fühlen und können nur unter größter Anstrengung formulieren was sie gerne möchten.

„Ich weiß, was ich nicht will!“

DAS wissen die meisten. Doch das bringt uns nur bedingt weiter. Formuliere doch mal, was Du möchtest. Was möchtest du selbst erschaffen? Was würde dich selbst beeindrucken? Was würde dich schlicht glücklich machen? Das zu beantworten fällt dir schwer? Das liegt daran, dass durch Lob die eigene intrinsische Motivation verloren geht. Der Antrieb entsteht nicht aus Freude, kindlicher Neugier und Interesse. Sondern aufgrund der Erwartung eines Lobes, oder einer Belohnung. Je mehr aus dieser Erwartungshaltung heraus gehandelt wird, desto mehr verliert man die Verbindung zu sich selbst. Denn das Denken richtet sich danach, rauszufinden, was andere Menschen im Umfeld gerne möchten. Taddaa! Das ist die Geburt des Helfersyndroms!

Ab jetzt wird nach Lob gestrebt für die gegebene Hilfe, den gebackenen Kuchen, den geleisteten Mehraufwand. Und ab jetzt gibt es Ärger, wenn die Reaktion anders ausfällt als vorgestellt. Daraus entsteht ein Strudel aus Handlungen, die zum Lob, zur Beachtung führen sollen.

Wissen, was der andere will ist keine Empathie

Es gibt unzählig viele Menschen, die Experten darin sind, herauszufinden, was andere Menschen gerne hören und sehen wollen. Fehlt jedoch das Wissen über die eigenen Bedürfnisse, fehlt die Basis. Denn nur wer weiß, was ihm selbst wichtig ist, kann auch Haltung beziehen und einen Standpunkt vertreten. Ist das nicht der Fall, geht die Verbindung zum eigenen Selbst nach und nach verloren. Die empathische Fähigkeit, zu fühlen und zu verstehen, was der andere gerne hätte, überlagert die eigenen Wünsche. Die Vorstellung, etwas nur für sich selbst zu tun, einfach nur um sich gut zu fühlen, wird dann groteskerweise als egoistisch empfunden. Doch wer nicht gut für sich sorgt, bzw. nicht mal weiß, wie das geht, wird langfristig keine Kraft haben, um anderen einen Gefallen zu tun zu können. Und die Angst vor Versagen steht schon in den Startlöchern.

Was übrig bleibt

Hier gilt es die Resett-Taste zu drücken.

Pause machen.

Einfach so.

Die Empathie kann sich nur entfalten, wenn Sanftheit regiert. Sanftheit in Bezug auf das eigene Ich. Die Welt hat so viel mehr Farben, als Menschen ausdrücken können. Vielleicht, nein ganz bestimmt deswegen können wir fühlen. Das Gefühl für uns selbst ist die Basis für jede gesund motivierte Handlung. Aus der empathischen Haltung zum eigenen Ich entstehen wunderbare Wege, um ohne Lob auszukommen. Dazu gehört ein bisschen Training. Das süchtige, von Lob abhängige Ich wurde auch nicht von jetzt auf gleich geschaffen. Sobald Bewusstheit über die eigene Haltung entstanden ist, kommen kreative Lösungen, um empathisch (ohne Lob) zu reagieren.

Probieren geht über Studieren

Es gibt verschiedene Wege, um sich aus der Abhängigkeit des Lobes zu lösen. Ich habe wirksame Methoden, die dabei helfen werden. In meinen Seminaren, Vorträgen und Workshops zeige ich, wie man sich elegant von der Abhängigkeit nach Lob und Anerkennung und somit aus dem oben beschriebenen Teufelskreis, befreien kann. 

Neugierig geworden? Dann informiere dich auf meiner Webseite über meine Seminare und Vorträge oder schreibe mir hier direkt. Was sagt dir mehr zu? Ein individuelles Coaching im 1:1, oder ein Vorschlag für deine Firma und dein Team?

Zudem habe ich eine Podcastfolge zum Thema Lob veröffentlicht #66 „Jedes Lob ein Flop?“. Du kannst sie dir auf allen bekannten Podcastplayern anhören. Abonniere dir meinen Podcast, dann erhältst du regelmäßig empathische Impulse für seinen persönlichen Erfolg!

Ich denke: Nur wer weiß, warum er tut was er tut, kennt sich selber gut genug!

Also: Was willst du als nächstes herausfinden?

Die Autorin:

Manuela Amann ist ausgebildete Therapeutin und Trainerin für emotionale Intelligenz. Sie zeigt Unternehmen und Einzelkämpfern, wie komplexe Herausforderungen im (Berufs-) Alltag bewältigt werden, um gestärkt hervorzugehen. Mit erfrischender Leichtigkeit verbindet sie Emotionen und Energie mit kreativen Lösungen. Sie lebt mit ihrer Familie in Bayern, lacht gerne, liebt Ruhe, die „gute Schokolade“ und Aussichten mit Weitblick.

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